Das Bafoeg

Bafög, Foto von jon|k/flickr.com
Das BAföG wird 40 Jahre alt – zu seinem Geburtstag soll es völlig reformiert werden. Im Laufe der vier Jahrzehnte haben über vier Millionen junge Menschen das Fördergeld erhalten.
Damals stand die Frage im Zentrum der Aufmerksamkeit, wie eine Wirtschaftsnation seinen Nachwuchs fördern kann, um wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben. In der damaligen Marktwirtschaft der Bundesrepublik galt das Ideal, Erfolg nur durch die alte preußische Tugend Fleiß zu erreichen. Daher gab es zwar Stipendien und Förderprogramme für Studenten, jedoch nur für solche, die Spitzenleistungen erbrachten. Somit blieb vielen Schülern aus ärmeren Familien der Zutritt zur Universität verwehrt. Am 1. September 1971 trat dann das Bundesausbildungsförderungsgesetz in Kraft. Aus diesem entwickelte sich dann kurz das BAföG. Vor allem die Studenten der 60er-Jahre hatten auf dieses Gesetz gepocht, immer unter der großen Forderung „Bildungssolidarität“. BAföG hatte und hat bis heute viele Gesichter: mal erhält man es als Zuschuss, mal ist es ein zinsfreier Kredit, jedoch ist die Höhe und die Zuteilung des Geldes immer abhängig vom Einkommen der Eltern. Natürlich gab es immer Kritik: dem einen war es zu wenig, die anderen fanden es gäbe zu viel Geld, manche waren der Meinung, es solle gänzlich abgeschafft werden. Selbst Prominente wie Thomas Gottschalk haben sich ihre akademische Ausbildung vom BAföG finanziert. Im Durchschnitt 443 Euro erhalten zur Zeit deutsche Studenten. Allerdings kommt derzeit wieder eine politische Spannung zwischen Solidarität und individueller Leistung auf. So wurde vor kurzem das sogenannte Deutschland-Stipendium eingeführt, das Studierende mit super Leistungen fördert. Es scheint, als ginge der Trend wieder hin zur „Begabtenförderung“. Dies würde jedoch schwere Folgen für die kommenden Generationen Studenten haben. Bereits jetzt sind Einschnitte zu spüren, und das, obwohl die Regierung vor kurzem den BAföG-Höchstsatz angehoben hat. So soll demnächst die Schuldenerlassung bei guten Noten wegfallen.

