Deine Zukunft

Unsere Bildungspolitik so schlecht wie nie

Bildung, Foto von fileccia/flickr.com

Bildung, Foto von fileccia/flickr.com

Von der Bildungsrepublik Deutschland ist nichts zu sehen. Bürger stellen den Kultusministern ein schlechtes Zeugnis aus und vor allem im Osten zeigt man sich unzufrieden mit dem Bildungssystem.

Man sehnt sich nach einem einheitlichen Schulsystem, mehr Ganztagsschulen, einer Ausbildungsgarantie und vor allem nach Chancengleichheit. Doch dazu fehlt scheinbar der Einsatz der Schulminister. Das ergab eine bundesweite Umfrage, bei der die befragten dem Schulsystem einen gerade einmal ausreichenden Durchschnitt von 3,7 gaben.

480 000 Menschen beteiligten sich an der Studie, wobei die Thüringer sogar nur eine Durchschnittsnote von 3,9 vergaben. 83 Prozent von ihnen werfen den Entscheidungsträgern in der Politik fehlenden Willen zur Veränderung des Bildungssystems vor. Mehr vertrauen als alle anderen Bundesländern zeigen sie jedoch gegenüber den Lehrern. Mut zu Veränderungen und Reform wird denen von 63 Prozent zugesagt.

Nur 17 Prozent der Befragten halten die Konkurrenz zwischen Bundesländern als Weg zu höherer Qualität im Bildungswesen, alle restlichen halten gerade dies als größtes Hindernis für eine Reform. Die Thüringer dagegen fordern mit 97 Prozent ganz deutlich einheitliche Abschlussprüfungen für alle Bundesländer und liegen damit 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

80 Prozent der Befragten ziehen die Ganztagsschule vor, nur jeder Fünfte bleibt der Halbtagsschule treu. Gehört dazu in Thüringen nur jeder Zehnte, handelt es sich in Bayern rund um ein Viertel der Teilnehmer.

Auch der Hauptschule mangelt es an Zuspruch in der Bevölkerung, wobei etwa drei Viertel davon ausgehen, mit einem Hauptschulabschluss den Anforderungen der Gesellschaft nicht zu reichen. Dieses Vertrauen erreicht vor allem in Hamburg und Hessen den Tiefpunkt, wo nur jeder Fünfte an die Zukunft dieser Schulform glaubt.

Die Bürger wollen einen strukturellen Wandel im Bildungswesen. So wird beispielsweise von zwei Drittel der Befragten in ganz Deutschland ein späterer Übergang auf die weiterführenden Schulen gefordert. Einzig die Hamburger zeigen sich mit 44 Prozent zufrieden..

Die Studie verrät jedoch auch, dass 73 Prozent der Befragten auch bereit wären, für gute Bildung, mehr Geld zu zahlen.

Sekundarschulen als neues Zukunftsmodell?

Unterricht, Foto von fileccia/flickr.com

Unterricht, Foto von fileccia/flickr.com

Die Schulministerin NRW’s Sylvia Löhrmann sieht in dem Modell der Sekundarschule die Zukunft. So beschreibt Löhrmann, dass sich in dieser Schule eine Vielzahl an bekannten Elementen von alten Schulformen wiederfinden und diese neu vereinbart und optimiert sind. Außerdem ermöglicht die Sekundarschule den Schülern eine zukunftsfeste Schule in der alle Kinder willkommen sind.

So soll nach der Sommerpause eine Gesetzesnovelle in den Landtag eingebracht werden. Diese wird auch von der oppositionellen CDU getragen und soll somit auch mitwirken, dass es für zwölf Jahre einen “Schulfrieden” gibt. So würden erstmalig integrierte Schulformen in die Verfassung aufgenommen werden.

So umfasst die Sekundarschule die Jahrgänge fünf bis zehn. Außerdem arbeitet sie mit einer Oberstufe des Gymnasiums, eines Berufskollegs oder einer Gesamtschule zusammen, sodass die Möglichkeit des Abiturs gegeben ist.

So gab die Ministerin auch zu, dass der Unterschied zwischen der Sekundarschule und den bestehenden Gesamtschulen nicht so groß sei, da das Angebot ähnlich ist. Jedoch kann die Sekundarschule bereits mit drei Klassen gegründet werden und nicht erst mit vier in einem Zug. Dies ist vor allem für Schulen in ländlichen Gegenden ein immenser Vorteil, da Schulen so nicht vor einer Schließung fürchten müssen. Des weiteren werden die Sekundarschulen keine gymnasiale Oberstufe haben, sondern verbindlich mit einer Oberstufe des Gymnasiums zusammen arbeiten.

Es soll auch die Hauptschulgarantie aus der Verfassung gestrichen werden. So möchte die Ministerin auch deutlich machen, dass sie für den Beibeihalt eines gegliederten Schulsystems ist. So möchte sie aber auch auf keinen Fall Schulen und Schulformen gegeneinander ausspielen, sondern viel mehr den Elternwillen stärken. So sollen Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind lieber auf eine Sekundarschule oder doch auf ein Gymnasium schicken möchten.

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