Ausbildungsabbruch: Chance für Neustart

Azubi, Quelle: Volker Stevens/Flickr.com
Probleme mit dem Chef, Aufgaben, die nicht ausfüllen, oder die Arbeit zeigt sich im Alltag einfach ganz anders als gedacht. Das alles können Gründe dafür sein, an einen Ausbildungsabbruch zu denken. Das sollte jedoch wohl überlegt sein und immer auch entsprechende Alternativen bereithalten.
Dem Statistischen Bundesamt zufolge, wurden 2009 etwa 141 000 Ausbildungen abgebrochen. Mehr als 22 Prozent der neu geschlossenen Ausbildungsverträge wurden also aufgelöst. Der häufigste Grund dafür, ist dass viele sich die Arbeit in ihrer Ausbildung anders vorgestellt haben. So geht es für einen Koch in der realen Küche natürlich ganz anders zu als im Fernsehstudio.
Um böse Überraschungen zu vermeiden, sind Praktika sehr wichtig. Auch Ausbildungsmessen, auf denen man mit den Azubis aus dem gewünschten Berufsfeld sprechen kann, sind hilfreich. Anhaltspunkte für die richtige Wahl können auch persönliche Interessen, bevorzugte Schulfächer und Hobbys sein. Dafür können auch Selbsterkundungstest im Internet genutzt werden.
Wenn es trotz aller Vorüberlegungen unerwartet schief geht, ist zunächst Durchhaltevermögen gefragt. Trotz unangenehmem Arbeitsklima oder schwierigem Verhältnis zu Kollegen oder Ausbildungsleitern, sollte man nicht sofort alles über Bord werfen. Wenn der Berufswunsch trotzdem noch besteht, sind klärende Gespräche hilfreich, für die man auch von Ausbildungsberatern aus Industrie- und Handelskammern unterstützt werden kann. Bestehen die Probleme weiterhin, sollte man jedoch einen Unternehmenswechseln in Erwägung ziehen.
Auch der Zeitpunkt spielt bei diesen Überlegungen eine Rolle. Kurz vor Beenden einer Ausbildung, ist ein Abbruch natürlich nicht ratsam, während dies eher riskiert werden sollte, wenn man schon zu Beginn merkt, dass die Ausbildung nicht den Vorstellungen entspricht. Gesundheitliche Ursachen oder Mobbing machen es jedoch oft unumgänglich, sich anderweitig umzusehen.
Doch bevor das Handtuch geschmissen wird bedarf es eines Plan B. Mit einer guten Alternative stellt ein Ausbildungsabbruch nicht unbedingt ein Makel im Lebenslauf dar. Will man die Ausbildung in einer anderen Firma fortführen, werden die bereits absolvierten Jahre jedoch nicht unbedingt mit angerechnet.