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Die unliebsamen Kopfnoten werden ab diesem Jahr nicht mehr vergeben. Sie gaben Auskunft über das Arbeits- und Sozialverhalten des jeweiligen während des Unterrichts. Am 15. Dezember 2010 beschloss der Landtag die Benotung zu streichen. Die SPD und die Grüne entschieden sich mehrheitlich gegen die Kopfnoten, welche 2007 von der Schwarz-Gelb-Landesregierung eingeführt worden war.
Damals hatte man argumentiert, dass Unternehmen, die sich für einen Auszubildenden zu entscheiden haben, es leichter fallen würde eine geeignete Person zu finden, wenn sie mit der Kopfnote informiert wäre. Die sozialen Kompetenzen sollten mehr über den Charakter verraten und so den Unternehmen bei der Auswahl helfen.
Was als Idee nicht unbedingt schlecht ist, erwies sich in der Praxis als wenig hilfreich. Die Einschätzung, wer im Team gut arbeiten kann, war den Kopfnoten nicht zu entnehmen. Diese erwiesen sich als nicht differenziert genug. Dafür sei eine Benotung 1 bis 6 ungeeignet, so die SPD.
Auch die Grünen konnten nicht für die Kopfnote sprechen. Das Sozialverhalten hätte auch was mit Sozialisation zu tun. Kinder, die in Familien aufwachsen, deren Eltern soziale Kompetenzen nicht fördern und fordern, könnten nicht mit Kopfnoten bewertet werden. Um differenziert bewerten zu können, bedarf es an Worten und nicht an Zahlen. Auf Grund dessen fordern die Grünen eine verbale oder eine schriftliche Bewertungsform der Persönlichkeitseigenschaften als auch der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.
Die Landesregierung ist mit der Meinung nicht allein, auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist gegen die Kopfnoten. Sie sind sowohl erziehungswissenschaftlich und psychologisch gesehen das falsche Mittel.
Eine Bewertung der Zuverlässigkeit, des Arbeits- und Sozialverhaltens wäre nicht das Problem an sich, nur wie und in welcher Form darüber geurteilt wird, das erscheint der VBE als unzuverlässig. So rät der VBE dem Bildungsministerium über die Möglichkeiten nachzudenken und etwas zu unternehmen.
Die Waldorfschulen haben schon oft Schlagzeilen gemacht und wurden genauso häufig diskutiert. Keine Noten bis zur 8. Klasse, Realschulabschluss erst in der 12. und Abi in der 13. Klasse. Die Lehren vom Gründer Rudolf Steiner wurden als nationalsozialistisch diskutiert. Die Lehrer wurden für ihren Unterrichtsstil belächelt und beneidet. Kinder, die ihren Namen tanzten oder selbst entscheiden durften, welchem Fach sie sich zuwenden wollen. Ein Konzept das verlockend klingt, aber in dieser Zeit oftmals zum Scheitern der Kinder verurteilt scheint. Oder doch nicht?
Die Waldorfschule, Foto: sterneck_flickr
Nun steht eine neue Diskussion an. Die Waldorfschulen fordern mehr Geld vom Staat. Die Waldorfschulen vermelden Zuwachs und finanzielle Probleme. Immer mehr Eltern wenden sich der freien Schulen zu. Diese werden aber nicht vom Staat bezuschusst. Würde sich dies ändern, hätten Eltern die vollkommene freie Wahl für ihr Kind. Bislang zahlen Eltern zwischen 1.400 Euro und 1.800 Euro im Jahr für den Besuch eines Kindes an der Waldorfschule. Dabei stieg zwischen 1992 und 2009 der Anteil der Kinder, die eine Freie Schule besuchten von 4,8 Prozent auf 7,9 Prozent. Im Jahr 2009/2010 gingen 705.000 Kinder in 3.200 allgemeinbildende Privatschulen. Weitere 240.000 besuchten private Berufsschulen. Ist es nicht endlich an der Zeit, das in das Zuschussetat mit einzubinden?
Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg legte fest, dass Eltern höchstens 70 Euro im Monat für die Schule eines Kindes zahlen dürften. Eltern von Kindern, die die Waldorfschule besuchen zahlten bereits 2007 135 Euro im Monat. Trotz des Beitrags verzeichnen die Waldorfschulen jedes Jahr Rekordzahlen von Neuanmeldungen. Es kommt bereits vor, dass ganze Familien in den Ort ziehen, in dem sie einen Platz erhalten.
Damit die Eltern frei entscheiden können, welche Schule die richtige Schule für ihr Kind ist, sollten alle Schulen für Eltern erschwinglich sein.

Protest gegen die NPD, Foto: agfreiburg_flickr
Dass die NPD vor kaum etwas zurückschreckt, ist weitläufig bekannt. Dass ein Verbot der rechtsextremen Partei immer wider diskutiert wird, aber anscheinend nicht umzusetzen ist, ist auch nicht neu. Dass die NPD als führender Vertreter rechter Propaganda nicht aufhören wird, ihr nationalsozialistisches Gedankengut so oft es geht und so weit wie möglich zu vertreiben, wurde vor Kurzem wiedermal mehr als deutlich.
Brennpunkt ist diesmal nicht eine der NPD-Hochburgen in Ostdeutschland, sondern die bayrische Landeshauptstadt München, wo gleich am ersten Schultag propagandistische Flyer der „BIA“ am städtischen Heinrich-Heine-Gymnasium gefunden wurden. Die NPD-nahe „Bürgerinitiative Ausländerstop“ versucht mit dem Aufruf „Anti-deutsche Gewalt ist Alltag! Es ist genug!“ vor der vermeintlichen Gewalt krimineller Ausländer gegen Deutsche zu warnen und sich dagegen aufzulehnen. Dabei wollen sie Ängste schüren, richten sich gezielt an Schüler und behaupten, dass Ausländer-Banden die Schulhöfe kontrollieren und terrorisieren.
Mitbeteiligt an der Aktion soll auch der vorbestrafte Rechtsextremist Martin Wiese gewesen sein, der vor sieben Jahren einen Sprengstoffanschlag auf die Grundsteinlegung des Jüdischen Museums in München geplant hatte und dafür eine Haftstrafe absitzen musste.
Dass sich die NPD und ihre Verbündeten leicht zu beeinflussende Schüler und Jugendliche für ihre Hetztiraden aussuchen wird an der sogenannten Schulhof-CD „Freiheit statt BRD“ deutlich, die 2010 als jugendgefährdend eingestuft wurde. Für Berlin kündigte die NPD jüngst an, eine neue Schulhof-CD „Deutsch und heterosexuell“ an den Berliner Schulen verteilen zu wollen. Inwieweit auch diese als gefährdend eingestuft werden wird, kann jedoch erst nach Prüfung des Inhalts geklärt werden. Daher sind die Schulen und Behörden zum Abwarten verdammt und müssen das Geschehen aufmerksam verfolgen! Denn trotz des Verbotes von politischer Werbung auf dem Schulgelände, wird sich auch in Zukunft weder die NPD noch eine ihrer “Tarnorganisationen“ davon beeindrucken oder abhalten lassen.

Unterricht, Foto von fileccia/flickr.com
Die Schulministerin NRW’s Sylvia Löhrmann sieht in dem Modell der Sekundarschule die Zukunft. So beschreibt Löhrmann, dass sich in dieser Schule eine Vielzahl an bekannten Elementen von alten Schulformen wiederfinden und diese neu vereinbart und optimiert sind. Außerdem ermöglicht die Sekundarschule den Schülern eine zukunftsfeste Schule in der alle Kinder willkommen sind.
So soll nach der Sommerpause eine Gesetzesnovelle in den Landtag eingebracht werden. Diese wird auch von der oppositionellen CDU getragen und soll somit auch mitwirken, dass es für zwölf Jahre einen “Schulfrieden” gibt. So würden erstmalig integrierte Schulformen in die Verfassung aufgenommen werden.
So umfasst die Sekundarschule die Jahrgänge fünf bis zehn. Außerdem arbeitet sie mit einer Oberstufe des Gymnasiums, eines Berufskollegs oder einer Gesamtschule zusammen, sodass die Möglichkeit des Abiturs gegeben ist.
So gab die Ministerin auch zu, dass der Unterschied zwischen der Sekundarschule und den bestehenden Gesamtschulen nicht so groß sei, da das Angebot ähnlich ist. Jedoch kann die Sekundarschule bereits mit drei Klassen gegründet werden und nicht erst mit vier in einem Zug. Dies ist vor allem für Schulen in ländlichen Gegenden ein immenser Vorteil, da Schulen so nicht vor einer Schließung fürchten müssen. Des weiteren werden die Sekundarschulen keine gymnasiale Oberstufe haben, sondern verbindlich mit einer Oberstufe des Gymnasiums zusammen arbeiten.
Es soll auch die Hauptschulgarantie aus der Verfassung gestrichen werden. So möchte die Ministerin auch deutlich machen, dass sie für den Beibeihalt eines gegliederten Schulsystems ist. So möchte sie aber auch auf keinen Fall Schulen und Schulformen gegeneinander ausspielen, sondern viel mehr den Elternwillen stärken. So sollen Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind lieber auf eine Sekundarschule oder doch auf ein Gymnasium schicken möchten.