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Psychiater bei der Bundeswehr

Peter Zimmermann ist der leitende Arzt des Traumazentrums im Berliner Bundeswehrkrankenhaus. Hier werden neben Depression und Sucht auch posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) behandelt, die nach einem Auslandseinsatz auftreten können. Im vergangenen Jahr waren nach Angaben der Bundeswehr 21.378 deutsche Soldaten im Ausland, 13.990 davon in Afghanistan. Die Zahl derer, die nach einem solchen Einsatz an PTBS behandelt werden, stieg in den letzten Jahren enorm an: 2008 waren es noch 245 Soldaten, 2011 sind es bis Oktober schon 715 gewesen. Diesem Anstieg liegt auch eine Enttabuisierung des Problems zu Grunde: psychische Störungen werden in der Bundeswehr sowie auch in der Zivilgesellschaft nicht mehr tot geschwiegen.

Damit wächst natürlich auch der Bedarf an Experten – Psychiater und Psychotherapeuten sind zur Zeit besonders gefragt. Allerdings sind bei der Bundeswehr von 42 psychiatrischen Dienstposten trotzdem erst 28 besetzt.
Peter Zimmermann selbst war als Bundeswehrarzt in Bosnien, Afghanistan und im Kosovo stationiert. Deshalb weiß er, wie sich Bedrohung und Hilflosigkeit anfühlen: “Das tut weh. Aber schmerzhafte Erfahrungen lassen einen auch innerlich reifen. Man lernt, die Zustände in Deutschland zu schätzen. Persönliche Probleme relativieren sich.”

Seine Patienten sind im Schnitt 25 bis 45 Jahre alt. Manche suchen erst in hohem Alter Hilfe, weil traumatische Erlebnisse auch lange verdrängt werden können. Viele posttraumatische Reaktionen finden erst Monate oder Jahre nach dem traumatisierenden Ereignis statt. Sie können sich in Form von Panikattacken, Schlafstörungen oder körperlichem Leid äußern. Nicht nur Soldaten können an PTBS leiden, jeder, der mit Angst, Sterben und Schmerz in extremen Ausmaß konfrontiert war, kann eine solche Störung entwickeln.
Die Gespräche mit den Patienten von Zimmermann beschäftigen sich oft mit den Fragen der Ethik und Moral. Auch Atementspannungsübungen und Gruppentherapie gehören zum Programm. Langsam lernen die Patienten, wieder normal zu leben. 

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