Deine Zukunft

Neuer Studiengang Offshore-Windenergie

© DeVIce - Fotolia.com

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Eine grüne Welle schwappt über Deutschland: Wenn in naher Zukunft der gesamte Strom der Bundesrepublik (oder besser noch der ganzen Welt) aus regenerativer Energie stammen soll, braucht es viele Experten und Fachmänner. Um junge Männer und Frauen optimal für diese Zeit auszubilden, gibt es auch immer mehr Studienrichtungen rund um Energie-Effizienz und regenerativem Strom: So startete auch kürzlich der weiterbildende Studiengang “Offshore-Windenergie” vom Zentrum für Windenergie-Forschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen und der Windenergie-Agentur WAB, dem Industrienetzwerk der Windenergie-Branche.

Sie können das Wort “Windenergie” nicht mehr hören oder sehen? Nun, das hat damit zu tun, dass dies die bislang lohnenswerteste Art und Weise ist, grünen Strom zu gewinnen. Während die Windräder auf Land die Landschaft verschandeln, könnten in der Zukunft große Anlagen auf wilder See an Bedeutung gewinnen. Bislang gibt es nur einzelne Pilot-Projekte der Offshore-Windenergie, großes Problem sind vor allem die aufwendigen Wartungsarbeiten bei starkem Wellengang.

So sollen bei dem weiterbildenen Studiengang auch vor allem Kompetenzen in Risiko-, Projekt- und Schnittstellenmanagment zwischen maritimer und Windbranche vermittelt werden. Auch das entsprechende technische Wissen soll an die Studenten weitergegeben werden. Da das Offshore-Windgeschäft nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt eine immer größere Rolle spielt, wird auch der Studiengang komplett in Englisch abgehalten. Neben Unterricht und Selbstlernanteilen wird auch ein großer Wert auf Praxis gelegt: Studenten sollen zu Präsenzphasen an den Standorten Oldenburg und Bremerhaven eingesetzt werden, um ihr theoretisches Wissen auch einmal ganz praktisch erproben zu können. Der Pilotdurchgang des Offshore-Wind-Studiums soll mit 24 Studierenden im kommenden Herbst starten und insgesamt rund neun Monate dauern. Nach der erfolgreichen Abschlussprüfung gibt es ein Zertifikat mit Note der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg.

Burschenschaften

Burschenschaft, Foto: gral_flickr

Burschenschaft, Foto: gral_flickr

Burschenschaften sind bei vielen Studenten beliebt und gefragt als Bünde, die unter sich bleiben und konservative Werte vertreten. Doch kommt hier schnell die Frage auf, ob es sich hierbei tatsächlich nur um harmlose Clubs oder nicht doch eher um gefährliche Bünde handelt, schaut man sich die adrett gekleideten jungen Männer in gebügelten Hemben, mit Scherpe und Seitenscheitel an. Den Inbegriff des verbreiteten Klischees verkörpernd, hält man sich hier an Distinktion und Etikette. Für viele der Studenten verkörpert dies mehr als nur eine Freundschaft während der Studienzeit, sondern einen wahren Lebensbund.

Gerade zu Semesterbeginn rücken Burschenschaften mit Erstsemesterparties und anderen Veranstaltungen, auf denen neue Mitglieder geworben werden sollen, in den Fokus. Wer sich zum Beitritt entscheidet, dem eröffnen sich ganz andere Welten, von denen man glaubte, sie gehörten schon längst der Vergangenheit an. Doch gefochten wird heutzutage, anders als damals, viel mehr mit Worten als mit Degen. Rhetorisch meisterhaft geübt, betont man ein Burschenschaften dabei, hier niemanden zu einer bestimmten politischen Richtung, sondern lediglich zu politisch denkenden Menschen erziehen wolle.

In den traditionellen Männerbünden bleiben Frauen konsequent ausgeschlossen, was nur einer vieler Gründe ist, warum Burschenschaften sich oft harscher Kritik im Sinne von Sexismus, Nationalismus und Rassismus aussetzen müssen. Auch wird oft zum Vorwurf gemacht, es handele sich hier lediglich um ein Knüpfen von Beziehungen, die Zugang zu beliebten Führungspositionen bieten.

Unter Mitgliedern der Jungen Union beispielsweise sträubt man sich gegen solche Vorwürfe, da man selbst ausländische “Bundesbrüder” habe, gesteht sich aber auch ein, dass dies nicht bei allen Burschenschaften der Fall ist.

Neben dem Studium Geld verdienen

Laut einer Sozialerhebung des Studentenwerks arbeiten rund 67 Prozent der Studenten neben dem Studium, im Durchschnitt mit einer Wochenarbeitszeit von 14 Stunden pro Woche.

Jobben neben dem Studium kann sehr stressig sein. Allerdings gibt es auch einen Vorteil: Wer einem Nebenjob in der Branche nachgeht, in der er später auch arbeiten wird, der kann schon Praxiserfahrung sammeln.

Wem ein geregeltes Einkommen auch während des Studiums wichtig ist, der sollte sich über ein duales Studium informieren. Hierbei ist die Arbeit im Unternehmen ins Studium eingegliedert und wird auch voll bezahlt. Allerdings sind Duale Studiengänge meist sehr anstrengend, da man den Studienteil meist in Wochenendseminaren nachholen muss.

Studentenjob kellnern, Foto: place to be_flickr

Studentenjob kellnern, Foto: place to be_flickr

Wo findet man eigentlich gute Studentenjobs?

Eine Möglichkeit ist es sich beim zuständigen Studentenwerk zu informieren. Hier gibt es eine Jobbörse und Berater, die einem bei der Jobsuche unterstützen. Die meisten Jobangebote gibt es jedoch im Internet. Im Netzwerk Xing kann man sich beispielsweise anmelden und ein Profil anlegen. Es gibt die Möglichkeit zu vermerken, dass man auf Jobsuche ist und dann kann es passieren, dass sich einige Unternehmen sogar von selbst melden, wenn sie glauben, dass dein Profil auf ihr Unternehmen passt.

Ansonsten lohnt es sich auch noch in der Universität oder Fachhochschule umzusehen, ob es Stellen als wissenschaftliche Hilfskräfte gibt.

Waldorfschulen wollen mehr Geld

Die Waldorfschulen haben schon oft Schlagzeilen gemacht und wurden genauso häufig diskutiert. Keine Noten bis zur 8. Klasse, Realschulabschluss erst in der 12. und Abi in der 13. Klasse. Die Lehren vom Gründer Rudolf Steiner wurden als nationalsozialistisch diskutiert. Die Lehrer wurden für ihren Unterrichtsstil belächelt und beneidet. Kinder, die ihren Namen tanzten oder selbst entscheiden durften, welchem Fach sie sich zuwenden wollen. Ein Konzept das verlockend klingt, aber in dieser Zeit oftmals zum Scheitern der Kinder verurteilt scheint. Oder doch nicht?

Die Waldorfschule, Foto: sterneck_flickr

Die Waldorfschule, Foto: sterneck_flickr

Nun steht eine neue Diskussion an. Die Waldorfschulen fordern mehr Geld vom Staat. Die Waldorfschulen vermelden Zuwachs und finanzielle Probleme. Immer mehr Eltern wenden sich der freien Schulen zu. Diese werden aber nicht vom Staat bezuschusst. Würde sich dies ändern, hätten Eltern die vollkommene freie Wahl für ihr Kind. Bislang zahlen Eltern zwischen 1.400 Euro und 1.800 Euro im Jahr für den Besuch eines Kindes an der Waldorfschule. Dabei stieg zwischen 1992 und 2009 der Anteil der Kinder, die eine Freie Schule besuchten von 4,8 Prozent auf 7,9 Prozent. Im Jahr 2009/2010 gingen 705.000 Kinder in 3.200 allgemeinbildende Privatschulen. Weitere 240.000 besuchten private Berufsschulen. Ist es nicht endlich an der Zeit, das in das Zuschussetat mit einzubinden?

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg legte fest, dass Eltern höchstens 70 Euro im Monat für die Schule eines Kindes zahlen dürften. Eltern von Kindern, die die Waldorfschule besuchen zahlten bereits 2007 135 Euro im Monat. Trotz des Beitrags verzeichnen die Waldorfschulen jedes Jahr Rekordzahlen von Neuanmeldungen. Es kommt bereits vor, dass ganze Familien in den Ort ziehen, in dem sie einen Platz erhalten.

Damit die Eltern frei entscheiden können, welche Schule die richtige Schule für ihr Kind ist, sollten alle Schulen für Eltern erschwinglich sein.

Rechte Propaganda auf den Schulhöfen

Protest gegen die NPD, Foto: agfreiburg_flickr

Protest gegen die NPD, Foto: agfreiburg_flickr

Dass die NPD vor kaum etwas zurückschreckt, ist weitläufig bekannt. Dass ein Verbot der rechtsextremen Partei immer wider diskutiert wird, aber anscheinend nicht umzusetzen ist, ist auch nicht neu. Dass die NPD als führender Vertreter rechter Propaganda nicht aufhören wird, ihr nationalsozialistisches Gedankengut so oft es geht und so weit wie möglich zu vertreiben, wurde vor Kurzem wiedermal mehr als deutlich.

Brennpunkt ist diesmal nicht eine der NPD-Hochburgen in Ostdeutschland, sondern die bayrische Landeshauptstadt München, wo gleich am ersten Schultag propagandistische Flyer der „BIA“ am städtischen Heinrich-Heine-Gymnasium gefunden wurden. Die NPD-nahe „Bürgerinitiative Ausländerstop“ versucht mit dem Aufruf „Anti-deutsche Gewalt ist Alltag! Es ist genug!“ vor der vermeintlichen Gewalt krimineller Ausländer gegen Deutsche zu warnen und sich dagegen aufzulehnen. Dabei wollen sie Ängste schüren, richten sich gezielt an Schüler und behaupten, dass Ausländer-Banden die Schulhöfe kontrollieren und terrorisieren.

Mitbeteiligt an der Aktion soll auch der vorbestrafte Rechtsextremist Martin Wiese gewesen sein, der vor sieben Jahren einen Sprengstoffanschlag auf die Grundsteinlegung des Jüdischen Museums in München geplant hatte und dafür eine Haftstrafe absitzen musste.

Dass sich die NPD und ihre Verbündeten leicht zu beeinflussende Schüler und Jugendliche für ihre Hetztiraden aussuchen wird an der sogenannten Schulhof-CD „Freiheit statt BRD“ deutlich, die 2010 als jugendgefährdend eingestuft wurde. Für Berlin kündigte die NPD jüngst an, eine neue Schulhof-CD „Deutsch und heterosexuell“ an den Berliner Schulen verteilen zu wollen. Inwieweit auch diese als gefährdend eingestuft werden wird, kann jedoch erst nach Prüfung des Inhalts geklärt werden. Daher sind die Schulen und Behörden zum Abwarten verdammt und müssen das Geschehen aufmerksam verfolgen! Denn trotz des Verbotes von politischer Werbung auf dem Schulgelände, wird sich auch in Zukunft weder die NPD noch eine ihrer “Tarnorganisationen“ davon beeindrucken oder abhalten lassen.

Alternativen zum Studium

„Beim Studium wird alles besser“ – das denken sich die meisten Schüler, wenn sie wieder mal eine schlechte Note einkassiert haben und das Abizeugnis nicht ganz so prickelnd zu werden droht. Schließlich befasst man sich in der Uni nur mit Themen, die einen wirklich interessieren. Dieser Ansatz ist auf jeden Fall nicht völlig verkehrt. Dennoch sollte man es nicht als Ausrede nutzen, um die schulischen Leistungen nicht so ernst zu nehmen. Gerade die Noten des Abiturzeugnisses sind unglaublich wichtig, um überhaupt einen Platz an der Uni zu ergattern. Besonders im nächsten Jahr wird das jedoch schwer, denn nun drängen doppelte Abiturjahrgänge an die Hochschulen. Nicht jeder wird also sein Traumstudienfach studieren können, andere werden vermutlich ohne Zusage bleiben. Doch was sollen die nun tun?

Ausbildung Elektrotechnik, Foto: me-arbeitgeber_flickr

Ausbildung Elektrotechnik, Foto: me-arbeitgeber_flickr

Einfach ein Jahr zuhause bleiben und auf das nächste Bewerbungsverfahren warten, verspricht wenig Chancen und Ärger mit den Eltern. Es gibt jedoch zahlreiche Varianten, wie man auch ohne einen Studienplatz glücklich wird.

Für alle, die es gern praktisch mögen, ist eine Berufsausbildung genau das Richtige. Ob als Mechatroniker, Krankenschwester oder Kindergärtnerin – es gibt für viele Interessen den richtigen Beruf. Und wer sagt, dass man danach nicht mehr studieren kann? Gerade Leute mit Praxiserfahrung werden von den Unis gerne angenommen, schließlich bringen sie schon viel nützliches Fachwissen mit und wissen, worauf sie sich einlassen.

Auch ein Jahr Tätigkeit beim Freiwilligendienst ist eine Möglichkeit. So kann man ein Jahr lang in ein Berufsfeld hereinschnuppern, ohne sich festlegen zu müssen. Es gibt beispielsweise ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr. Diese Freiwilligendienste kann man auch im Ausland absolvieren. Es gibt viele internationale Vereine, welche Tätigkeiten im Entwicklungsdienst oder in der Kinderbetreuung anbieten.

Universitaeten: Doppelbelastung 2013

 

Voller Hoersaal, Foto: hsing_nice

Nachdem die Abiturienten ihre Reifeprüfung bereits nach 12 Schuljahren machen können und der Wehrdienst entfällt, melden die Universitäten und Fachhochschulen doppelten Andrang. Doch im nächsten Jahr wird es Aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge noch heftiger werden.

Hessen und NRW bereiten sich nun auf das nächste Jahr vor. Für das Wintersemester 2012/13 bauen viele Hochschulen ihre Räumlichkeiten aus. Doch auch so könnte es in den Hörsälen eng werden.

Überfüllte Seminare und Vorlesungen, in denen die Studenten auf dem Boden sitzen oder sogar stehen müssen, das ist bislang keine Ausnahme gewesen, aber nun, da viele Hochschulen noch mehr Studenten aufnehmen müssen, platzen die Hörsäle aus allen Nähten.

Laut der Kultusministerkonferenz geht man in Hessen und NRW von insgesamt 275.000 zusätzlichen Studenten bis 2015 aus. Für den Ausbau der Räumlichkeiten in Hessen sollen rund 560 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt II investiert werden. NRW stehen 249 Millionen zur Verfügung. Im Grunde genommen ist dieses Geld für zur Besserung der Lehrinhalte und Materialen vorgesehen, die da womöglich eingespart werden.

An der Universität Köln studieren 45.000 Stunden. Das ist die größte Universität Deutschlands. Auch auf sie kommt ein größerer Andrang im nächsten Jahr zu. Sprecherin der Hochschule in Köln, Merle Hettesheimer, sagt, dass sich die Kölner Uni mit einem Masterplan auf das kommende Jahr vorbereitet. Zum einen soll mehr Personal eingestellt werden und zum anderen plant die Uni Köln neue Räumlichkeiten für den Unterricht anzumieten.

Um die Kontrolle über die Zahl der Studienanfänger zu behalten haben die Universitäten den Zugang zu vielen Studienfächern verschärft. Noch vor zwei Jahren konnten sich Abiturienten ohne einen Numerus Clausus für Studienfächer wie Mathematik, Physik und Chemie einfach einschreiben. Dies geht nun nicht mehr. Auch hier gibt es an vielen Hochschulen eine Einschreibebeschränkung und eine Vorauswahl.

Baden-Wuerttembergs Schulen unter Druck

 

© oliviaolivia80 - Fotolia.com

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Wer von Ihnen ist wirklich gerne zur Schule gegangen? Nur ehrliche Antworten werden gewertet. Die Schüler des Bundeslandes Baden-Württemberg würden gegenwärtig wahrscheinlich größtenteils mit „nein“ antworten. Sie erleben eine Schulreform nach der nächsten. Zuletzt wieder nach dem Regierungswechsel im Frühling diesen Jahres. Ein drastischer wohl gemerkt. Das einst Schwarze regierte Bundesland wird nun von einer Grün-Roten Koalition regiert. Diese Regierung verfolgt andere Maxime, also auch eine andere Schulpolitik.

Was der Auslöser für die nächste Reform wird den Schülern und Eltern des Bundeslandes aber mittlerweile wohl herzlich egal sein. Sie fühlen sich, als würde ihr Schulsystem alle fünf Jahre komplett umgekrempelt. Auf einer Informationsveranstaltung zur aktuellen Schulentwicklung wurde das Problem mit den Worten „Wir möchten nicht, dass unser Bundesland ein einziger Schulversuch wird“, wohl sehr treffend auf den Punkt gebracht. Ausgesprochen wurde er vom Präsidenten des Kommunalverbandes Roger Kehle und wendete sich direkt an die Kulutusministerin des Bundeslandes Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD).

Ziel der neuen Schulpolitik sind die Abschaffungen der Hauptschule als solches. Sie soll umbenannt werden zur Werksrealschule. Realschule und Gymnasium werden erhalten bleiben, bekommen aber Konkurrenz von den geplanten Gemeinschaftsschulen. In diesen soll auf Real- und Hauptschulniveau gelehrt werden, in Einzelfällen sogar auf gymnasialen Niveau. Des Weiteren sind kleinere Klassen von maximal 20 Schülern geplant, in den Werksrealschulen sogar nur 16. Die Lehrer sollen sich besser um jeden einzelnen Schüler kümmern können.

Diese Ziele werden größtenteils auch auf Bundesebene verfolgt. Das Stigmata des Hauptschülers soll abgeschafft werden, die Gemeinschaftsschule will für größere Möglichkeiten zur Leistungssteigerung innerhalb einer Schule sorgen. An sich eine lobenswerte Idee, jedoch wäre es wünschenswert, so etwas in einem Rutsch umzustellen und nicht Jahr für Jahr leicht veränderte Reformen durch den Landtag zu boxen.

Das Bafoeg

Bafög, Foto von jon|k/flickr.com

Bafög, Foto von jon|k/flickr.com

Das BAföG wird 40 Jahre alt – zu seinem Geburtstag soll es völlig reformiert werden. Im Laufe der vier Jahrzehnte haben über vier Millionen junge Menschen das Fördergeld erhalten.

Damals stand die Frage im Zentrum der Aufmerksamkeit, wie eine Wirtschaftsnation seinen Nachwuchs fördern kann, um wettbewerbs- und konkurrenzfähig zu bleiben. In der damaligen Marktwirtschaft der Bundesrepublik galt das Ideal, Erfolg nur durch die alte preußische Tugend Fleiß zu erreichen. Daher gab es zwar Stipendien und Förderprogramme für Studenten, jedoch nur für solche, die Spitzenleistungen erbrachten. Somit blieb vielen Schülern aus ärmeren Familien der Zutritt zur Universität verwehrt. Am 1. September 1971 trat dann das Bundesausbildungsförderungsgesetz in Kraft. Aus diesem entwickelte sich dann kurz das BAföG. Vor allem die Studenten der 60er-Jahre hatten auf dieses Gesetz gepocht, immer unter der großen Forderung „Bildungssolidarität“. BAföG hatte und hat bis heute viele Gesichter: mal erhält man es als Zuschuss, mal ist es ein zinsfreier Kredit, jedoch ist die Höhe und die Zuteilung des Geldes immer abhängig vom Einkommen der Eltern. Natürlich gab es immer Kritik: dem einen war es zu wenig, die anderen fanden es gäbe zu viel Geld, manche waren der Meinung, es solle gänzlich abgeschafft werden. Selbst Prominente wie Thomas Gottschalk haben sich ihre akademische Ausbildung vom BAföG finanziert. Im Durchschnitt 443 Euro erhalten zur Zeit deutsche Studenten. Allerdings kommt derzeit wieder eine politische Spannung zwischen Solidarität und individueller Leistung auf. So wurde vor kurzem das sogenannte Deutschland-Stipendium eingeführt, das Studierende mit super Leistungen fördert. Es scheint, als ginge der Trend wieder hin zur „Begabtenförderung“. Dies würde jedoch schwere Folgen für die kommenden Generationen Studenten haben. Bereits jetzt sind Einschnitte zu spüren, und das, obwohl die Regierung vor kurzem den BAföG-Höchstsatz angehoben hat. So soll demnächst die Schuldenerlassung bei guten Noten wegfallen.

Zwangexmatrikulationen häufen sich

Langzeitstudent, Quelle: steveleenow/Flickr.com

Langzeitstudent, Quelle: steveleenow/Flickr.com

Die Umstellung der Deutschen Hochschulen von Diplom-Studiengängen auf das internationale Bachelor und Master-System sorgt weiterhin für Schwierigkeiten. Noch im Wintersemester 2009 waren knapp die Hälfte aller Studierenden in alten Studiengängen eingeschrieben. Diese Millionen Studierende müssen aufpassen, ihren Abschluss überhaupt noch zu bekommen. Denn immer mehr Universitäten schließen Diplom-Studiengänge und setzten tausende von Studenten auf die Straße.

Genauso ist es bei Dennis passiert. Er studierte Mathematik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Er gibt zu, hier und da ein bisschen gebummelt zu haben, doch am Ende fehlte ihm nun ein Schein. Als er die Prüfung dafür ablegen wollte, lehnte das zuständige Prüfungsamt seiner Hochschule den Kopf: Sein Diplom-Studiengang sei ausgelaufen, zur Prüfung dürfe er deswegen nicht mehr antreten. Der verzweifelte Student klagte erfolglos vor Gericht. Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich in den neuen Bachelor-Master-Studiengang einzuschreiben und dadurch zahlreiche Prüfungen und Kurse erneut ablegen zu müssen.

Dennis steht nicht alleine da. An seiner Hochschule wurden im letzten Wintersemester insgesamt 250 Studierende exmatrikuliert, darunter ganze 45 Diplom-Physik-Studenten, die es nicht rechtzeitig zum Vordiplom geschafft hatten. Auch die Kölner Universität setzte just 32 Diplom- und Magisterstudenten auf die Straße, deren Studiengänge ausgelaufen waren. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: In den kommenden Jahren werden immer mehr alte Studiengänge auslaufen und immer mehr Studenten ohne einen Abschluss oder Studium dastehen. Dieses Problem muss dringend von Politik und Hochschulen angegangen werden.

Allgemein gilt, dass jeder Student mindestens die Regelstudienzeit und zwei weitere Semester Zeit zum Abschluss seines Studiums haben muss. Hintergrund der Problematik ist einerseits die Hohe Anzahl von neuen Studenten, die derzeit auf die Deutschen Hochschulen drängen, andererseits, dass die Umstellung auf das Bachelor und Master-System nicht einheitlich, sondern von jedem Fachbereich an einer Universität selbst geregelt wird.

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