Deine Zukunft

Die Kopfnoten

© AVAVA - Fotolia.com

© AVAVA - Fotolia.com

Die unliebsamen Kopfnoten werden ab diesem Jahr nicht mehr vergeben. Sie gaben Auskunft über das Arbeits- und Sozialverhalten des jeweiligen während des Unterrichts. Am 15. Dezember 2010 beschloss der Landtag die Benotung zu streichen. Die SPD und die Grüne entschieden sich mehrheitlich gegen die Kopfnoten, welche 2007 von der Schwarz-Gelb-Landesregierung eingeführt worden war. 

Damals hatte man argumentiert, dass Unternehmen, die sich für einen Auszubildenden zu entscheiden haben, es leichter fallen würde eine geeignete Person zu finden, wenn sie mit der Kopfnote informiert wäre. Die sozialen Kompetenzen sollten mehr über den Charakter verraten und so den Unternehmen bei der Auswahl helfen.

Was als Idee nicht unbedingt schlecht ist, erwies sich in der Praxis als wenig hilfreich. Die Einschätzung, wer im Team gut arbeiten kann, war den Kopfnoten nicht zu entnehmen. Diese erwiesen sich als nicht differenziert genug. Dafür sei eine Benotung 1 bis 6 ungeeignet, so die SPD.

Auch die Grünen konnten nicht für die Kopfnote sprechen. Das Sozialverhalten hätte auch was mit Sozialisation zu tun. Kinder, die in Familien aufwachsen, deren Eltern soziale Kompetenzen nicht fördern und fordern, könnten nicht mit Kopfnoten bewertet werden. Um differenziert bewerten zu können, bedarf es an Worten und nicht an Zahlen. Auf Grund dessen fordern die Grünen eine verbale oder eine schriftliche Bewertungsform der Persönlichkeitseigenschaften als auch der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. 

Die Landesregierung ist mit der Meinung nicht allein, auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist gegen die Kopfnoten. Sie sind sowohl erziehungswissenschaftlich und psychologisch gesehen das falsche Mittel. 

Eine Bewertung der Zuverlässigkeit, des Arbeits- und Sozialverhaltens wäre nicht das Problem an sich, nur wie und in welcher Form darüber geurteilt wird, das erscheint der VBE als unzuverlässig. So rät der VBE dem Bildungsministerium über die Möglichkeiten nachzudenken und etwas zu unternehmen.

Hinterlasse eine Nachricht