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Der Beruf des Automobilkaufmanns

Autohändler © Kzenon - Fotolia.com

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Der Automobilkaufmann ist neben dem Versicherungskaufmann und dem Staubsaugervertreter wohl einer der lächerlichsten Witzfiguren der Berufsgeschichte. Selbst der altertümliche Beruf des Fassbinders hat da mehr Ausstrahlungskraft. Nicht selten fielen die genannten Berufsgruppen aufgrund ihrer zwielichtigen Schalkhaftigkeit der Parodie zum Opfer. Vor allem in den USA geht mit dem Automobilkaufmann, der eigentlich mit Automobilverkaufmann besser bezeichnet würde, immer auch einher, dass es sich um einen entweder hoffnungslos ehrlichen schlechten Verkäufer handelt oder um einen schmierigen Lügner, der den schlechten Automobilverkaufmann immer wieder vor Augen führt, dass seine mittellose Moral ihn auch in die erbarmungswürdigste Mittellosigkeit überführen wird.

Wie bei allen Provisionsberufen, wird die Verkaufskraft quasi zum Gaunern und Betrügen animiert. Nicht selten ist gerade das Gaunern und Falschaussagen die wesentliche Technik des Verkaufs. Jemandem einen Ferrari aufschwatzen, der ihn sich nicht leisten kann, gilt hierbei als das Paradebeispiel dieser Kaufmannszunft. Der Klassiker ist auch ein Verweis auf eine unbeteiligte, oftmals durch einen bezahlten Schauspieler inszenierte dritte Person, die den Wunschwagen des potentiellen Käufers ebenfalls gerne kaufen würde. Mit gezielt geheuchelter Sympathie schlägt der Automobilverkaufmann dann einen Freundschaftspreis vor, der im Grunde nichts weniger als ein Freundschaftspeis ist, sondern ein Feindschaftspreis. Das ist der sogenannte Auto-Trick. Er erzeugt etwas Hektik, um den Kunden zu einem Spontankauf zu überreden und kassiert am Ende die satte Provision ein. Der Wagen verliert nach dem Verlassen des Autohauses, wo der Automobilverkaufmann “ausgebildet” wurde, meist 80 Prozent seines Wertes, weswegen es für den überrumpelten Fehlkäufer unmöglich ist, den Wagen zu reklamieren, nachdem ihn seine Frau für den idiotischen Kauf des Wagens verlassen hat.

Gastautor Holger Kettler

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