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In Berlin gibt es keine Haupt- und Realschulen mehr: Durch die kürzliche Umsetzung einer längst überfälligen Schulreform werden diese beiden Schulformen von Sekundarschulen abgelöst. An Sekundarschulen können die Schüler alle Abschlüsse bis zum Abitur machen – das allerdings nicht wie mittlerweile an Berliner Gymnasien üblich nach 12, sondern nach 13 Schuljahren. Schüler mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten sollen gemeinsam lernen und sich gegenseitig unterstützen. Das Dogma des “dummen Hauptschülers” soll endlich abgeschafft werden – zuletzt wurden an den unbeliebten Hauptschulen in Berlin nur noch sieben Prozent der Sechstklässler angemeldet. Ein interessanter pädagogischer Ansatz – aber geht er wirklich auf?
Viele Berliner Lehrer berichten, dass keinesfalls die starken Schüler die Schwachen mitziehen: Ganz im Gegenteil soll es häufig vorkommen, dass die schwachen Schüler die Stärkeren herunterziehen und für einen trägen und sehr langsamen Unterricht sorgen. Viele Lehrer bemängeln, dass es an Lehrern, Nachmittagsbetreuungs-Angeboten und inhaltlicher Unterstützung fehlt. Zwar gab es eine Fortbildung für von der Schulreform betroffene Lehrer, doch davon ließe sich – so eine Lehrerin – nichts direkt im Unterricht umsetzen.
Der Berliner Senat hat seinen Schulen viel Freiraum gelassen, was die Umsetzung der Schulreform angeht: So können diese etwa selbst entscheiden, ob alle Kinder dieselben Aufgaben bekommen, ob es individuelle Aufgaben im gleichen Unterrichtsraum gibt oder gleich in getrennten Klassen unterrichtet wird. Eine Neuköllner Schule möchte jetzt etwa beantragen, dass sie ihre Schüler je nach Wissensstand und Motivation in Grund- und Erweiterungskurse einteilen darf – damit wäre man wieder bei Haupt- und Realschulen, nur die Bezeichnungen würden sich verändern.
Hinter diesem ganzen Hick Hack verbirgt sich ein großes Problem: Viele Eltern von stärkeren Schülern nehmen diese von den Sekundarschulen, um ihnen auf einem Gymnasium eine bessere Förderung bieten zu können. So könnten die Anmeldezahlen der Sekundarschulen ganz schnell im Keller sein – und diese das Image einer “Restschule” abbekommen, das ja eigentlich mittels der Schulreform verabschiedet werden sollte.

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Wer von Ihnen ist wirklich gerne zur Schule gegangen? Nur ehrliche Antworten werden gewertet. Die Schüler des Bundeslandes Baden-Württemberg würden gegenwärtig wahrscheinlich größtenteils mit „nein“ antworten. Sie erleben eine Schulreform nach der nächsten. Zuletzt wieder nach dem Regierungswechsel im Frühling diesen Jahres. Ein drastischer wohl gemerkt. Das einst Schwarze regierte Bundesland wird nun von einer Grün-Roten Koalition regiert. Diese Regierung verfolgt andere Maxime, also auch eine andere Schulpolitik.
Was der Auslöser für die nächste Reform wird den Schülern und Eltern des Bundeslandes aber mittlerweile wohl herzlich egal sein. Sie fühlen sich, als würde ihr Schulsystem alle fünf Jahre komplett umgekrempelt. Auf einer Informationsveranstaltung zur aktuellen Schulentwicklung wurde das Problem mit den Worten „Wir möchten nicht, dass unser Bundesland ein einziger Schulversuch wird“, wohl sehr treffend auf den Punkt gebracht. Ausgesprochen wurde er vom Präsidenten des Kommunalverbandes Roger Kehle und wendete sich direkt an die Kulutusministerin des Bundeslandes Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD).
Ziel der neuen Schulpolitik sind die Abschaffungen der Hauptschule als solches. Sie soll umbenannt werden zur Werksrealschule. Realschule und Gymnasium werden erhalten bleiben, bekommen aber Konkurrenz von den geplanten Gemeinschaftsschulen. In diesen soll auf Real- und Hauptschulniveau gelehrt werden, in Einzelfällen sogar auf gymnasialen Niveau. Des Weiteren sind kleinere Klassen von maximal 20 Schülern geplant, in den Werksrealschulen sogar nur 16. Die Lehrer sollen sich besser um jeden einzelnen Schüler kümmern können.
Diese Ziele werden größtenteils auch auf Bundesebene verfolgt. Das Stigmata des Hauptschülers soll abgeschafft werden, die Gemeinschaftsschule will für größere Möglichkeiten zur Leistungssteigerung innerhalb einer Schule sorgen. An sich eine lobenswerte Idee, jedoch wäre es wünschenswert, so etwas in einem Rutsch umzustellen und nicht Jahr für Jahr leicht veränderte Reformen durch den Landtag zu boxen.

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Die Schulministerin NRW’s Sylvia Löhrmann sieht in dem Modell der Sekundarschule die Zukunft. So beschreibt Löhrmann, dass sich in dieser Schule eine Vielzahl an bekannten Elementen von alten Schulformen wiederfinden und diese neu vereinbart und optimiert sind. Außerdem ermöglicht die Sekundarschule den Schülern eine zukunftsfeste Schule in der alle Kinder willkommen sind.
So soll nach der Sommerpause eine Gesetzesnovelle in den Landtag eingebracht werden. Diese wird auch von der oppositionellen CDU getragen und soll somit auch mitwirken, dass es für zwölf Jahre einen “Schulfrieden” gibt. So würden erstmalig integrierte Schulformen in die Verfassung aufgenommen werden.
So umfasst die Sekundarschule die Jahrgänge fünf bis zehn. Außerdem arbeitet sie mit einer Oberstufe des Gymnasiums, eines Berufskollegs oder einer Gesamtschule zusammen, sodass die Möglichkeit des Abiturs gegeben ist.
So gab die Ministerin auch zu, dass der Unterschied zwischen der Sekundarschule und den bestehenden Gesamtschulen nicht so groß sei, da das Angebot ähnlich ist. Jedoch kann die Sekundarschule bereits mit drei Klassen gegründet werden und nicht erst mit vier in einem Zug. Dies ist vor allem für Schulen in ländlichen Gegenden ein immenser Vorteil, da Schulen so nicht vor einer Schließung fürchten müssen. Des weiteren werden die Sekundarschulen keine gymnasiale Oberstufe haben, sondern verbindlich mit einer Oberstufe des Gymnasiums zusammen arbeiten.
Es soll auch die Hauptschulgarantie aus der Verfassung gestrichen werden. So möchte die Ministerin auch deutlich machen, dass sie für den Beibeihalt eines gegliederten Schulsystems ist. So möchte sie aber auch auf keinen Fall Schulen und Schulformen gegeneinander ausspielen, sondern viel mehr den Elternwillen stärken. So sollen Eltern selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind lieber auf eine Sekundarschule oder doch auf ein Gymnasium schicken möchten.